Kompositionsstrukturdiagramm

Kompositionsstrukturdiagramm

Zweck

Das Kompositionsstrukturdiagramm dient der Dekomposition und Modellierung von Classifiern, die in Kompositionsbeziehungen zueinander stehen. Es zeigt wie die Teile eines Classifiers den Classifier selbst bilden. Da es mit dem Kompositionsstrukturdiagramm möglich ist die Teile (Archi­tekturelemente) eines Systems und ihre Beziehungen darzustellen, wird es auch Architekturdia­gramm genannt. Das Kompositionsstrukturdiagramm eignet sich ebenfalls zur Modellierung von Entwurfsmustern.

Notation

SymbolBeschreibung
Teil (Part) Ein Part ist eine Laufzeitinstanz einer Klasse oder Schnitt­stelle. Parts werden verwendet um Kompositionsstrukturen oder Entwurfsmuster darzustellen. Parts können Eigen­schaften von Klassen sein, d. h. sie können in der Klasse enthalten sein.
Kollaboration (Collaboration) Eine Kollaboration beschreibt die Struktur von zusammen­arbeitenden Teilen, die gemeinsam das Gesamtverhal­ten der Kollaboration definieren. Die Kollaboration wird mit einem Namen bezeichnet. Die enthaltenen Teile können in der Kollaboration angegeben werden. Das Beispiel stellt den Kollaborationstyp Bezahlen dar. Er enthält die Parts (Rollen) Zahlungsmittel und Produkt. Die Parts können in Kollaborationsanwendungen als Rollen verwendet werden.
Kollaborationsanwendung (Collaboration Use) stellt die Anwendung einer Kollaboration in einem speziellen Fall dar. Im Beispiel wird die Kollaboration Bezahlen f√ľr die Mensa modelliert. Die Kollaboration wird von den Parts MensaKarte und Essen verwendet. Die Rollennamen Zahlungsmittel und Produkt entsprechen den Partnamen in o. a. Kollaboration.
Quelle: Rupp, u. a.: UML 2 GlasklarStrukturierter Classifier setzt sich aus einzelnen Teilen zusammen (Komposition). Er erzwingt die Zusammensetzung des Ganzen aus den richtigen Teilen. Die Objekte (Parts), die im Strukturabschnitt der Klasse angegeben sind, werden beim Initialisieren der Klasse erzeugt und mit ihr gelöscht. So ist in diesem Beispiel sichergestellt, dass Kopf und Körper zu dem selben Mensch gehören.

 

 

Anwendungsbereich

Kompositionsstrukturdiagramme können erst sinnvoll eingesetzt werden, wenn die Klassenstrukturen definiert sind. Strukturell-statische Zusammenhänge können mit Strukturierten Classifiern (oder Klassen) dargestellt werden. Kollaborationen eignen sich zur Modellierung von strukturell-dynamischen Aspekten eines Systems.

In fr√ľhen Projektphasen kann das Zusammenwirken von Systemkomponenten modelliert werden, die im weiteren Projektverlauf verfeinert werden.


Observer Pattern als Kollaboration

 

 

Die Parts in o. a. Diagramm sind die Instanzen zur Laufzeit. Die Beziehungen dazwischen sind Konnektoren zwischen Parts. Die statischen Beziehungen (Verebung, Assoziation) zwischen den beteiligten Klassen sind im Klassendiagramm modelliert.

 

Die Parts meinObserver und meinSubjekt spielen die Rollen konkreterObs bzw. konkretesSubj bei der Verwendung des Observer Patterns.

Neu in UML 2.0

Kompositionsstrukturdiagramme sind neu in der UML 2.0.