BASE MoVE

√úbersicht

ForschungsprojektBASE MoVE - sicher, multiprotokollfähig, energieeffizient und aktualisierbar, die Basis einer zukunftsfähigen IoT-Sensorik
Gef√∂rdert durch    
HA-Projekt-Nr.: 530/17-12
LeitungProf. Dr.-Ing. Jens-Peter Akelbein, Gesamtprojektleitung
Beteiligte- Bettina Kurz-Kalweit
- Mario Hoss
Projektpartner- Hochschule Rhein-Main, Prof. Marcus Thoss, Kai Beckmann
- Thermokon Sensortechnik GmbH
- Vonovia SE
- Entega AG, Count+Care GmbH&Co. KG
- T-Systems International GmbH
Laufzeit05/2017 - 12/2019
AbstractIm Rahmen des Projekts BASE MoVE wird eine neuartige Basis f√ľr zuk√ľnftige vernetzungsf√§hige Sensorprodukte entwickelt. Internet-Technologien als Grundlage erm√∂glichen in der gewerblichen und privaten (Smart Home) Geb√§udeautomatisierung einen langfristigen Einsatz zum Investitionsschutz. Die Unterst√ľtzung mehrerer Funkprotokolle, eine Aktualisierungsf√§higkeit der Ger√§te-Software und Verwendung von Open-Source-Technologien ebnen den Weg zur breiten Interoperabilit√§t mit weiteren Ger√§ten und dem sicheren Betrieb durch Schlie√üen von Sicherheitsl√ľcken. Zur Nachr√ľstung in bestehendem Wohnraum beziehen die Ger√§te ihre Energie aus der Umgebung (Energy Harvesting) und vermeiden Betriebskosten durch Batteriewechsel oder Investitionen in eine zus√§tzliche Elektroinstallation. Darauf aufbauend werden Konzepte f√ľr zuk√ľnftige Grundausstattungen von Mietwohnungen entwickelt, die u.a. Assistenzfunktionen f√ľr ein selbstbestimmtes Leben im Alter bei Schutz der Privatsph√§re bieten.

Projektbeschreibung

Das Internet der Dinge (IoT) wird zunehmend pr√§sent und dr√§ngt als Smart Home in den privaten Wohnbereich. Neue Gesch√§ftsmodelle und M√§rkte entstehen auch f√ľr etablierte Marktteilnehmer wie Vermieter und Versicherungen. In Zukunft k√∂nnte ein ‚ÄěSmart Home‚Äú zur Basisausstattung einer Wohnung geh√∂ren, wie heute ein Bad oder eine K√ľche. Bisher haben sich in diesem Bereich unterschiedliche, konkurrierende Technologien, Protokolle und Standards entwickelt. Es ist derzeit unklar, was sich mittel- oder langfristig durchsetzen wird.

Aus Sicht eines Anbieters von Sensortechnik stellt sich die Frage, in welche Technologien investiert werden sollte, zumal heutige Ger√§te nur in der Lage sind, jeweils einen Standard zu unterst√ľtzen. Das hohe Risiko besteht, dass Investitionen in Technologien get√§tigt werden, die sich nach wenigen Jahren als nicht zukunftstr√§chtig erweisen. Wohnungsanbieter stehen vor der gleichen Situation, dass sich eine ‚ÄěSmart Home‚Äú-Grundausstattung nach wenigen Jahren nicht mehr mit neuen Ger√§ten erweitern l√§sst. Dabei ist die starke Kopplung zwischen Heimautomationszentralen und unterst√ľtzter Sensortechnik mit Festlegung auf einen Hersteller ein hohes Investitionsrisiko. F√ľr Endverbraucher ist es problematisch, eigene Ger√§te nach einem Wohnungswechsel nicht mit einer bereits vorhandenen Grundausstattung weiterverwenden zu k√∂nnen.

Ziel des BASE MoVE-Projekts ist die Entwicklung einer modularen IoT-Basis f√ľr zuk√ľnftige vernetzungsf√§hige IoT-Sensorikprodukte des Herstellers Thermokon. Diese soll die Grundlage sowohl f√ľr das bisherige Gesch√§ftsumfeld des Zweckbaus als auch f√ľr die Entwicklung neuer Absatzm√∂glichkeiten im ‚ÄěSmart Home‚Äú-Umfeld bilden. Die Unterst√ľtzung mehrerer Funkprotokolle verbunden mit einer Aktualisierungsf√§higkeit der Sensorsoftware soll der Entkopplung von Heimautomationszentralen dienen und langfristige Verwendbarkeit, Interoperabilit√§t und das Schlie√üen von Sicherheitsl√ľcken garantieren. Als Sicherheitsaspekte sind die Bootintegrit√§t, Autorisierung von Aktualisierungen und Modularisierung der Sensorsoftware zur Trennung der Schl√ľsselverwaltung von deren Nutzung bereits im Entwurf zu ber√ľcksichtigen. Die funkbasierte Daten√ľbertragung erlaubt ein kosteng√ľnstiges Nachr√ľsten bestehenden Wohnraums ohne Ver√§nderung der Elektroinstallation. Eine Energieversorgung durch Umgebungsenergie (Energy Harvesting) soll die Platzierung von Sensoren unabh√§ngig von einer dauerhaften Energieversorgung oder durch Einsatz von Batterien erlauben. Dies vermeidet den gr√∂√üten Kostenfaktor im langfristigen Einsatz heutiger batteriegest√ľtzter Sensorik. F√ľr L√∂sungen im Bereich des assistierten, altersgerechten Wohnens (Ambient Assisted Living AAL) er√∂ffnet sich hierdurch die M√∂glichkeit, auch einfachen Wohnraum kosteng√ľnstig durch Assistenzfunktionen auszustatten.

Neben der Umsetzung einer neuen Basis f√ľr IoT-Sensorik soll eine Analyse mit nachfolgender Konzepterstellung Vorschl√§ge f√ľr zuk√ľnftige Infrastrukturen zur Vernetzung und f√ľr die zentralen Funktionen im Smart Home liefern. Diese sollen den √úbergang von heutigen propriet√§ren Produkten in Richtung einer Basisausstattung f√ľr Wohnungen zum Ziel haben. Insbesondere soll die M√∂glichkeit eines Betriebs ohne Cloud-Anbindung erm√∂glichen, dass die Entscheidung √ľber die Weitergabe von und Zugriff auf Daten gem√§√ü des Privacy-by-Design-Prinzips bewusst durch den Endanwender getroffen werden kann und nicht Voraussetzung zur Erzielung des Mehrwerts eines Smart Home ist.